Verkehrsentlastung & Klimaschutz
Wie Carsharing Autos ersetzt, Parkplätze frei macht und CO₂ spart – und warum das veränderte Mobilitätsverhalten dabei entscheidend ist.
Carsharing ist mehr als eine günstige Alternative zum eigenen Auto. Es verändert, wie Menschen unterwegs sind – und entlastet damit Straßen, Parkplätze und das Klima.
Ein geteiltes Auto ersetzt viele private
Ein privates Auto steht im Schnitt den größten Teil des Tages still. Ein Carsharing-Auto wird dagegen von vielen Menschen nacheinander genutzt. Wer Carsharing nutzt, schafft häufig das eigene (Zweit-)Auto ab oder verzichtet darauf, ein neues zu kaufen.
Wie groß dieser Effekt ist, zeigen Zahlen des deutschen Bundesverbands Carsharing: Dort ersetzt ein Carsharing-Fahrzeug im Schnitt elf private Pkw. Die rund 15.500 Fahrzeuge der Verbandsmitglieder haben dazu geführt, dass über 116.000 private Autos abgeschafft und mehr als 54.000 Neuanschaffungen vermieden wurden.
Mehr Platz in Städten und Gemeinden
Jedes Auto, das nicht angeschafft wird, braucht auch keinen Parkplatz. In Deutschland summiert sich das laut Bundesverband auf rund 1,7 Millionen Quadratmeter eingesparte Parkfläche – das entspricht etwa 237 Fußballfeldern. Fläche, die für Grünraum, Spielplätze, Radwege oder Wohnraum genutzt werden kann.
Für Gemeinden ist das ein handfestes Argument: Weniger Stellplätze im Wohnbau und im öffentlichen Raum sparen Geld und machen Ortszentren lebenswerter.
Weniger Autofahrten, mehr Bus, Bahn und Rad
Der wichtigste Effekt für das Klima ist das veränderte Mobilitätsverhalten. Wer kein eigenes Auto vor der Tür hat, überlegt bei jeder Fahrt, welches Verkehrsmittel am besten passt – und greift öfter zu Bus, Bahn, Fahrrad oder geht zu Fuß. Das Auto wird gezielt für die Wege genutzt, für die es wirklich gebraucht wird.
Das zeigt sich auch in Österreich: In der Mobilitätsumfrage 2026 von caruso carsharing mit über 500 Teilnehmenden gaben
- 60 Prozent an, ihr eigenes Auto deutlich weniger oder gar nicht mehr zu nutzen,
- 35 Prozent, häufiger öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen,
- 30 Prozent, öfter mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.
CO₂-Einsparung
Weniger Autos und weniger Autokilometer bedeuten weniger Emissionen. Der Bundesverband Carsharing beziffert die Einsparung seiner Mitglieder in Deutschland auf rund 207.000 Tonnen CO₂ pro Jahr – vor allem durch die häufigere Nutzung von Rad und öffentlichem Verkehr.
Dazu kommt: Carsharing-Flotten sind deutlich häufiger elektrisch als private Autos. Mehr dazu im Ratgeber E-Carsharing.
Carsharing wirkt am besten im Verbund
Carsharing entfaltet seine Wirkung dort, wo es mit gutem öffentlichem Verkehr, sicheren Radwegen und kurzen Wegen zusammenspielt. Deshalb stehen viele Carsharing-Autos direkt an Bahnhöfen und Bushaltestellen – und deshalb arbeiten Betreiber eng mit Gemeinden und Verkehrsverbünden zusammen.
Sie möchten Carsharing in Ihrer Gemeinde anbieten? So gelingt der Start.
Zahlen aus Deutschland: bcs Bundesverband Carsharing – Verkehrsentlastung und Klimaschutz