E-Carsharing
Elektroautos teilen – warum Carsharing und E-Mobilität so gut zusammenpassen, was es fürs Klima bringt und worauf Betreiber achten müssen.
Viele Carsharing-Angebote in Österreich setzen ganz oder überwiegend auf Elektroautos. Das hat gute Gründe – und Carsharing ist für viele Menschen der erste Kontakt mit einem E-Auto.
Warum E-Autos im Carsharing?
- Hohe Auslastung: Elektroautos sind in der Anschaffung oft teurer, im Betrieb aber günstiger. Je mehr ein Fahrzeug gefahren wird, desto eher rechnet sich das – und Carsharing-Fahrzeuge werden deutlich mehr genutzt als private Autos.
- Fixe Standorte mit Ladestation: Beim stationsbasierten Carsharing steht das Auto nach jeder Fahrt wieder an seiner Ladestation. Laden wird so zur Nebensache.
- E-Mobilität ausprobieren: Wer sich überlegt, auf ein E-Auto umzusteigen, kann im Carsharing ohne Risiko Erfahrungen sammeln.
Carsharing ist Vorreiter bei der E-Mobilität
Im Carsharing fahren deutlich mehr Elektroautos als im privaten Fahrzeugbestand. In Deutschland waren laut Bundesverband Carsharing im Jänner 2026 rund 22 Prozent der Fahrzeuge im stationsbasierten Carsharing batterieelektrisch – im gesamten Pkw-Bestand waren es nur rund 4 Prozent. Im Free-Floating-Carsharing liegt der Anteil bei geschätzt 12 Prozent.
In Österreich setzen viele Angebote – gerade jene von Gemeinden und Energieversorgern – von Anfang an auf E-Autos.
Was bringt E-Carsharing fürs Klima?
Der größte Klimaeffekt entsteht nicht allein durch den Antrieb, sondern durch das veränderte Mobilitätsverhalten: Haushalte, die Carsharing nutzen, fahren seltener Auto und sind häufiger mit Bus, Bahn und Fahrrad unterwegs als vergleichbare Haushalte mit eigenem Auto.
Eine Studie aus Bremen kam zu einem bemerkenswerten Ergebnis: 400 bis 800 zusätzliche Carsharing-Nutzerinnen und -Nutzer sparen ähnlich viel CO₂ ein wie die vollständige Elektrifizierung der dortigen Carsharing-Flotte. Für den Klimaschutz ist es also mindestens genauso wichtig, Carsharing auszubauen und mehr Menschen dafür zu gewinnen, wie die Fahrzeuge zu elektrifizieren. Am besten gelingt beides zusammen.
Herausforderungen für Betreiber
- Ladeinfrastruktur: Jeder Standort braucht einen Ladepunkt. Ein neuer Netzanschluss kann teuer werden – in Deutschland nennt der Bundesverband 15.000 bis 20.000 Euro pro Station. Standorte mit vorhandenem Anschluss, etwa bei Gemeindeämtern, Bahnhöfen oder Betrieben, sind deshalb oft die erste Wahl.
- Passende Fahrzeuge: Für Carsharing sind kleine bis mittelgroße, robuste Fahrzeuge ideal. Das Angebot an günstigen E-Autos in diesen Klassen ist kleiner als bei Verbrennern, die Anschaffung entsprechend teurer.
- Förderungen nutzen: Für Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur gibt es in Österreich Förderungen von Bund und Ländern. Mehr dazu unter Carsharing in der Gemeinde starten.
Worauf sollten Nutzerinnen und Nutzer achten?
Vor längeren Fahrten lohnt ein Blick auf die Reichweite und die Lademöglichkeiten am Ziel. Die meisten Anbieter zeigen den Ladestand bereits bei der Buchung an. Nach der Fahrt wird das Auto am Standort wieder an die Ladestation angesteckt.
Quelle für die Zahlen aus Deutschland: bcs Bundesverband Carsharing – E-Carsharing